CO2rona Effekt: Studie zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den CO2-Ausstoß

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Ein Team des Forschungsclusters Energie – Mobilität – Prozesse der Hochschule Hannover hat in einer Studie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den CO2-Ausstoß in Deutschland untersucht.

Im Rahmen der Studie mit dem Namen „CO2rona Effekt“ wurden verschiedene Szenarien entwickelt und deren jeweilige Folgen für den CO2-Ausstoß abgeleitet. Grundbasis für die Ermittlungen der Szenarien ist der CO2-Trend ohne die Corona-Pandemie im Jahr 2020, in dem Deutschland das Emissionsziel von -40 % gegenüber 1990 mit einer Reduktion von lediglich 37 % verfehlt hätte. Im zweiten Szenario wird dargestellt, wie sich die aktuelle Corona-Pandemie mit verschiedenen Lockdown-Phasen auf den CO2-Ausstoß auswirkt. Deutlich wird hierbei, dass trotz der aktuellen Maßnahmen eine längere Lockdown-Phase benötigt wird, um das Klimaziel von -40 % langfristig gesichert zu erreichen. In den Szenarien 3 und 4 liegt der Fokus auf möglichen Handlungs- und Verhaltensweisen nach der Pandemie. Das Szenario 3 betrachtet die Folgen von wirtschaftsfördernden Maßnahmen nach dem Lockdown und dem damit einhergehenden CO2-Anstieg. Wie viel CO2 zusätzlich aufgrund von nachhaltigem und klimaorientiertem Verhalten eingespart werden kann, erläutert das Szenario 4 „CO2-Entwicklung unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie 2020 und möglicher positiver Umweltentwicklungen aus dem Lockdown“.

 

Im Ergebnis wird erwartet, dass bei einem zweimonatigen Lockdown, die Emissionen in Deutschland im Jahr 2020 um ca. 40 Millionen Tonnen CO2 gegenüber 2019 bezogen auf die Datenerhebung des Umweltbundesamtes sinken. Da ein genauer Verlauf der Corona-Pandemie und das Verhalten nach dem Lockdown nicht absehbar sind, könnte eine weiterer Lockdown aufgrund einer potentiellen zweiten Infektionswelle Einsparungen von weiteren ca. 71 Mio. t. CO2 zur Folge haben. Durch ein nachhaltiges, klimabewusstes Verhalten sind bereits bei einem zweimonatigen Lockdown Einsparungen von bis zu 75 Mio.t. möglich.

 

Das Paper ist über folgenden Link abrufbar.

  Kontakt

Dr.-Ing. Alexander Bedrunka

Koordinator Forschungscluster Energie - Mobilität - Prozesse
Telefon: +49 511 9296 3567

25.05.2020